FAQ

Rauchröhre und Kamin

 

1. Wie sind die gesetzliche Bestimmungen für den Kaminzug?

Voraussetzung für eine gute Funktion des Kamin/Ofens ist die Eignung des Schornsteins (Mindestquerschnitt, wirksame Schornsteinhöhe, Kaminzug u. a.), die nach DIN 18160 sowie nach DIN 4705, Teil 2 und 3 beurteilt wird. Lassen Sie sich auch deshalb unbedingt vor Aufstellung des Kamin/Ofens durch Ihren zuständigen Bezirksschornsteinfegermeister beraten und den Kaminzug prüfen bzw. messen.

RD 150mm = SD min. 135 - SD max. 210mm

RD 180mm = SD min. 150 - SD max. 210mm

2. Was muss man bei den Rauchröhren beachten?

Rauchröhre für Kamine/Öfen müssen solide und dauerhaft sein, um Schäden durch Undichtigkeiten im Rohrsystem zu vermeiden. Neben der Materialstärke (mind. 2mm) sind Passgenauigkeit und Dichtigkeit der Röhre besonders wichtig.

Sicherheitsvorkehrungen

 

1. Wie sind die Sicherheitsabstände?

Abstand zu brennbaren Materialen (Möbelstücke, Holz- bzw. Kunststoffverkleidungen):

-vor dem Ofen (vor der Befeuerung) mind. 80 cm

-seitlich mind. 50 cm

-nach hinten mind. 40 cm

-rund um den Anschlussrohr mind. 20 cm

Wenn der Hinterwand im Aufstellungsraum aus nicht brennbarem Material ist (Ziegelwand, Ytongwand), dann ist nur eine Abstand von 5-10 cm notwendig. Bei einer Wand aus brennbarem Material (z.B.: Holzhaus oder Gipskartonplatte), muss es außer der entsprechen Entfernung mit Isolierung gegen Strahlungswärme geschützt werden.

2. Was muss ich beachten beim Fußbodenschutz?

Aufstellung auf brennbaren Fußböden (Parkett, Laminat, PVC, Teppich usw.):

Es ist notwendig einen Fußbodenschutz aus nicht brennbarem Material zu verwenden – wie z.B. Stahlblechplatte, Glasplatte oder keramische Fliesen. Dieser Fußbodenschutz muss vorne mindestens 50 cm und zu jeder Seite mindestens 30 cm über den Ofenkörper hinausgehen.

Wie heize ich richtig?

1. Wie verläuft die richtige Inbetriebnahme?

Wie bei jeder Feuerstelle ist Vorsicht und Aufsicht wegen der Brandgefahr und austretender Gase geboten. Jeder Kaminofen wird wie ein Auto "eingefahren". Die Feuerstelle muss beim Anheizen behutsam bestückt und mit relativ kleiner Flamme "eingebrannt" werden. Farb- und Schweißreste werden sich beim Einbrennen des Ofens als rauchartiger Dunst freisetzen und zwar immer dann, wenn der Ofen eine Temperatur erreicht die er zuvor noch nicht erreicht hatte. Dies kann bis zur 10. Feuerung passieren und ist ganz normal.

2. Wie zünde ich das Feuer richtig an?

Legen Sie geeignete Feueranzünder und eine ausreichende Menge dünnes Anzündholz auf den sauberen Rost. Bringen Sie den Luftregler/-schieber in Anzündstellung bzw. öffnen Sie die Luftzufuhr vollständig. Wenn der Brennstoff vollständig entzündet ist, stellen Sie die Luftregler/ -schieber auf die gewünschte Leistungsstufe gemäß Gerätebedienungsanleitung bzw. reduzieren Sie die Luftzufuhr. (Unzureichende Luftzufuhr führt zum Schwellen.) Verwenden Sie niemals ungeeignete Anzündhilfen (z.B. Benzin)!

3. Wie erhalte ich die Glut aufrecht?

Legen Sie vor der Nachtruhe noch etwas Zündholz auf und warten Sie bis diese brennen. Dann stellen Sie die Luftregler/-schieber gemäß Bedienungsanleitung ein. Am nächsten Morgen können Sie, nachdem Sie die Asche abgerüttelt bzw. das Glutbett geschürt haben, Holz auf die Glut auflegen. Verfahren Sie weiter wie unter Heizbetrieb beschrieben.

 

Holzkunde

 

1. Welche Brennstoffe sind erlaubt?

Es dürfen nur raucharme Brennstoffe verheizt werden. Als raucharm sind in der 1. Verordnung zur Durchführung des Bundesimmissionsschutzgesetzes folgende Brennstoffe genannt.

-trockenes, naturbelassenes Holz

-Holzbrikett

Nicht zulässig ist das Verheizen von Holz, das mit Imprägnierungsmitteln behandelt ist. Auch Papier, Verpackungsmaterial und Abfälle dürfen nicht verheizt werden.

2. Wie ist das Holz optimal auszutrocknen und zu lagern?

Es darf nur trockenes Holz mit einem Feuchtigkeitsgehalt von höchstens 20% geheizt werden. Deshalb zunächst einige Hinweise zur Holztrocknung und -lagerung.

- Holz braucht Zeit zum Austrocknen; mindestens zwei Jahre.

- Das Scheitholz muss an einer belüfteten, möglichst sonnigen Stelle regengeschützt aufgeschichtet werden. (ideal: Südseite) Zwischen den einzelnen Holzstößen soll ein Handbreit Abstand sein, damit durchströmende Luft die entweichende Feuchtigkeit mitnehmen kann.

- Unsinnig ist es, frisches Holz im Keller zu stapeln. Hier wird es nicht austrocknen, sondern stocken. Nur trockenes Holz kann in einem belüfteten Keller aufbewahrt werden.

Wie viel Feuchtigkeit das Holz enthält, hängt von der Trocknungsdauer und -art ab. Folgende Anhaltswerte seien genannt:

- sehr trockenes Holz um 10% Feuchtigkeit

- gut luftgetrocknetes Holz um 15% Feuchtigkeit

- getrocknetes Holz im Freien regengeschützt aufbewahrt (Herbst und Winter) um 20% Feuchtigkeit

- grünes Holz mehr als 50% Feuchtigkeit

3. Wie hängt das Heizwert von der Holzfeuchtigkeit ab?

Der Brennwert des Holzes hängt sehr stark von der Holzfeuchtigkeit ab. Je feuchter das Holz ist, umso niedriger ist sein Brennwert. Das im Holz enthaltene Wasser muss bei der Verbrennung verdampft werden. Und da zum Wasser verdampfen bekanntlich viel Energie notwendig ist, geht mit steigendem Wassergehalt des Holzes immer mehr der enthaltene Energie dafür verloren. Feuchtes Holz zu verbrennen ist aber nicht nur unwirtschaftlich, sondern auch schädlich. Durch den hohen Wassergehalt ist die Verbrennungstemperatur niedriger. Verstärkte Ruß- und Teerbildung, Ablagerungen im Rauchfang und starke Zunahme schädlicher Emissionen sind die Folgen. Ganz abgesehen von der Rauch- und Russbelästigung.

 

Was ist wissenswert über Reinigung und Pflege?

 

Nach jeder Heizsaison sind der Kaminofen und die Rauchröhre auf Rückstände/Ablagerungen zu untersuchen und gegebenenfalls zu reinigen. Die Reinigung von verrußten Keramikglasscheiben kann mittels normaler Stahlwolle erfolgen. Natürlich kann auch Backofenspray oder feuchtes Zeitungspapier mit Holzasche zur Glasreinigung verwendet werden. Beachten Sie bei der Reinigung der Kacheln, dass Sie diese nie im warmen Zustand, und dann auf keinen Fall feucht abwischen. Sie würden in diesem Fall den Schmutz in die durch Hitze offenen Craquele-Fugen reiben! Saubere Glastüren: verrußte Scheiben und Schamottesteine sind meist ein Zeichen für eine schlechte Verbrennung und feuchtes Holz.

 

Selbst behebbare typische Fehler

1. Bildet sich bei erster Inbetriebnahme Wasser?

Es gibt Feuchtigkeit in der Schamotte.

Heizen Sie intensiv nach, dabei verdunstet das Schwitzwasser!

2. Verrußt die Glasscheibe schnell?

a, Das Brennholz ist feucht.

Verwenden Sie trockenes Holz!

b, Luftregulierung ist falsch eingestellt.

Stellen Sie den Verbrennungsluftschieber richtig ein!

c, Es gibt einen zu geringen Kaminzug.

Lassen Sie es vom Schornsteinfegermeister prüfen!

3. Brennt das Holz schlecht an?

a, Das Brennholz ist feucht.

Verwenden Sie trockenes Holz!

b, Das Holz ist zu klein gespalten.

Verwenden Sie dickere Holzscheiten!

c, Es gibt einen zu starken Kaminzug.

Lassen Sie es vom Kaminfegermeister überprüfen!

5. Brennt das Holz zu schnell ab?

Der Verbrennungsluftschieber ist in der falschen Position.

Bringen Sie den Luftschieber in Mittelposition!

6. Tritt Rauch beim Nachlegen oder während des Heizens ab?

a, Es gibt einen zu geringen Kaminzug.

Prüfen Sie die Dichtungsstellen und dichten Sie eventuell neu ab!

b, Die Dichtungen sind defekt.

Tauschen Sie die Dichtungen aus!

c, Die Tür wurde bei lodernder Flamme zu früh, oder zu schnell geöffnet.

Öffnen Sie die Tür erst, wenn das Holz noch glüht, aber nicht mehr lodert!

d, Bitte beachten Sie, dass in der Übergangsjahreszeit bei Außentemperaturen von über 15ºC Zugstörungen im

Schornstein entstehen können.